Schritt 1: Kill your Darling

Welche Inhalte kommen ins Training?

Wenn Sie am Anfang eines Trainings stehen, dann stehen Sie vermutlich auch vor unzähligen Inhalten, seien es Ihre eigenen oder die, die Sie von Ihren Fachexpert/-innen erhalten haben. Aber welche davon sollten Teil des Trainings sein – und auf welche können (und sollten) Sie getrost verzichten? Gar nicht so einfach. In diesem Video erfahren Sie, was Sie in jedem Fall nicht tun sollten – nämlich sämtliche Inhalte in Ihr Training packen:

Um die richtigen Bälle zu werfen, also nur die wirklich relevanten Lerninhalte zu vermitteln, helfen Lernziele. Lernziele beschreiben, was die Lernenden nach Ihrem Training wissen oder können sollen.

Wie Sie bei der Entwicklung von Lernzielen am besten vorgehen, das wollen wir Ihnen anhand eines Beispiel-Trainings zum Thema „Grünes Büro” veranschaulichen. In diesem Training erfahren Lernende, wie Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag funktioniert. Gleichzeitig dient es als roter Faden durch unsere Reihe und veranschaulicht, wie Schritt für Schritt ein Training entsteht.

Groblernziele: Themenblöcke festlegen

Los geht’s mit den Groblernzielen. Groblernziele geben Kenntnisse und Fähigkeiten an, die die Lernenden erlangen sollen. Sie gliedern das Thema in sinnvolle Blöcke und wir nutzen sie im weiteren Verlauf, um das Training in Kapitel zu unterteilen. Wir empfehlen zwei bis drei Groblernziele pro Training, damit das Training nicht zu umfangreich wird. Im Zweifelsfall lieber zwei kurze Trainings als ein zu umfangreiches.

Für unser „Grünes Büro” haben wir zwei Groblernziele entwickelt:

Groblernziel 1: Die Lernenden wissen, warum Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag wichtig ist. Groblernziel 2: Die Lernenden kennen Maßnahmen, mit denen sie im Arbeitsalltag einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Feinlernziele: Bitte beobachtbar!

Nachdem wir mit unseren Groblernzielen das Thema in sinnvolle Themenblöcke unterteilt haben, geht es im zweiten Schritt an die Feinlernziele. Sie leiten sich aus den Groblernzielen ab und konkretisieren diese. Pro Groblernziel kann es mehrere Feinlernziele geben.

Feinlernziele geben das gewünschte Verhalten der Lernenden nach dem Lernprozess so präzise wie möglich an. Bei der Formulierung der Feinlernziele sollten Sie auf Beobachtbarkeit achten: „Die Lernenden verstehen …" ist zum Beispiel nicht beobachtbar – denn ob jemand etwas verstanden hat, lässt sich ja nicht direkt erkennen. Hier müssen wir also einen Umweg gehen, um beobachtbares Verhalten zu beschreiben, das aufs Verstehen schließen lässt, zum Beispiel: „Die Lernenden können … benennen / wiedergeben / abgrenzen / zuordnen”. Diese Vorarbeit lohnt sich, weil die Feinlernziele dann später einfacher zu überprüfen sind.

Grundsätzlich können Sie bei der Formulierung nach diesem Schema vorgehen:

“Der Lernende kann [WAS] [TUN].”

Im ersten Schritt hilft es, wenn Sie sich überlegen, wie sich das Verhalten Ihrer Lernenden nach dem Training verändert haben soll. Was lässt sich konkret beobachten? Formulieren Sie diese beobachtbaren Ergebnisse als Feinlernziele – sei es auf einem Blatt Papier oder, wie wir es gemacht haben, direkt im Autorentool.

Konkretisieren wir das anhand unseres Trainings: Um die Relevanz des Themas „Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag” zu verstehen, halten wir es zum Beispiel für wichtig, dass die Lernenden nach dem Training das Konzept des CO₂-Fußabdrucks wiedergeben können. Deshalb lautet eines unserer Feinlernziele: „Die Lernenden können das Konzept des CO₂-Fußabdrucks wiedergeben”. Anders sieht es bei den konkreten Tipps zur Nachhaltigkeit im Büro aus, die wir den Lernenden vermitteln. Hier möchten wir, dass sie diese später auch tatsächlich anwenden. Deshalb formulieren wir dieses Feinlernziel wie folgt: „Die Lernenden können Maßnahmen zum Klimaschutz im Arbeitsalltag anwenden.”

Insgesamt entstanden im Ergebnis folgende Lernziele:

Groblernziel 1: Die Lernenden wissen, warum Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag wichtig ist.

Feinlernziel 1.1: Die Lernenden können den Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und Klimawandel erklären.

Feinlernziel 1.2.: Die Lernenden können die größten Emissionstreiber benennen.

Feinlernziel 1.3: Die Lernenden können das Konzept des CO₂-Fußabdrucks wiedergeben.

Groblernziel 2: Die Lernenden kennen Maßnahmen, mit denen sie im Arbeitsalltag einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Feinlernziel 2.1: Die Lernenden können die ökologische Bilanz üblicher Handlungen im Büro bestimmen.

Feinlernziel 2.2: Die Lernenden können Einsparpotentiale von Emissionen im Büroalltag identifizieren.

Feinlernziel 2.3: Die Lernenden können die Maßnahmen zum Klimaschutz im Arbeitsalltag anwenden.

Wenn die Lernziele stehen, heißt es: Kill your Darling! Verabschieden Sie sich konsequent von allen Inhalten, die nicht unmittelbar auf die Lernziele einzahlen. Ihre Lernenden werden es Ihnen danken!

In unserem nächsten Artikel geht es dann mit den Lernenden weiter: Sie erfahren, warum Sie im “Fluch des Wissens” stecken und wie Sie Ihre Lerninhalte je nach Zielgruppe richtig gewichten.

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Theresa Schlesinger, Senior Account Managerin

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