Microlearning:
Warum erzielen kleine Lerneinheiten große Wirkung?
19. Dez. 2024 | 5 Minuten Lesezeit
Warum erzielen kleine Lerneinheiten große Wirkung?
19. Dez. 2024 | 5 Minuten Lesezeit

Dr. Kim Füllenbach
Projektleitung
Microlearning teilt Lerninhalte in 3-7 Minuten Module auf und durchbricht damit die Vergessenskurve nach Ebbinghaus. Während traditionelle E-Learning Einheiten dazu führen, dass 60% des Gelernten sofort vergessen werden, ermöglichen regelmäßige Micro-Module nachhaltiges Lernen. Mit Gamification und Learning on Demand können selbst Compliance-Trainings spannend sein.
Unsere Aufmerksamkeitsspanne nimmt ab, während die Arbeitslast stetig steigt. Mehrere Stunden am Stück lernen? Das passt einfach nicht mehr in unseren hektischen Arbeitsalltag. Genau hier setzt „Microlearning“ an. Microlearning bedeutet, Lerninhalte in kleinen, gut verdaulichen Portionen zu präsentieren. Diese Methode ist nicht nur zeitgemäß, sondern auch äußerst effektiv.
Sie erfahren in diesem Artikel, welche Vorteile Microlearning bietet und wie Sie es erfolgreich umsetzen können. Neugierig? Dann schauen Sie doch in folgendes Video rein:
Stellen Sie sich vor, Sie lernen etwas Neues und haben es nach kurzer Zeit wieder vergessen. Frustrierend, oder? Genau das beschreibt die „Vergessenskurve“. Die von Hermann Ebbinghaus entwickelte Kurve zeigt, dass der größte Teil des Vergessens kurz nach dem Lernen stattfindet und sich danach verlangsamt. Hier setzt Microlearning an: Durch einen modularen Aufbau und die stetige, häppchenweise Integration in den Alltag sorgt es für eine kontinuierliche Wissensvertiefung.
60% des Gelernten sofort vergessen - das Problem traditioneller E-Learning
Und warum ist das wichtig? Herkömmliche E-Learning-Einheiten, die am Stück absolviert werden, haben einen Nachteil: Rund 60 % des Gelernten werden fast sofort wieder vergessen. Der Rest folgt langsam, aber sicher. Ergo: Die Vergessenskurve muss unterbrochen werden. Und das geht am besten mit Wiederholungen.

Wiederholung als Schlüssel zum nachhaltigen Lernen
Große Lerneinheiten mit hoher Informationsdichte führen oft nur zu einem kurzfristigen Erinnerungsvermögen. Das Wissen verblasst schnell. Regelmäßiges Abfragen und Wiederholen des Gelernten führt dagegen zu nachhaltigeren Lernergebnissen. Die Lösung: Teilen Sie das Lernen in kleinere Einheiten auf. So erzielen Lernende deutlich bessere Ergebnisse und behalten das Wissen langfristig – Microlearning macht’s möglich.
Neben dem Unterbrechen der Vergessenskurve punktet Microlearning mit diesen Vorteilen:
Machen Sie Lernen zu einem spannenden Erlebnis und integrieren Sie Microlearning in Ihren Alltag. Sie werden erstaunt sein, wie nachhaltig und motivierend Lernen sein kann!
Stellen Sie sich vor, Lernen wird zu einem fesselnden Teil Ihres Alltags. Genau das erreichen Sie mit kleinen, spannenden Lerneinheiten, die durch die Ergänzung von Gamification-Elementen noch unterhaltsamer werden.
Vom Pflichtprogramm zum spannenden Erlebnis So könnte ein typischer Tag aussehen: Morgens starten Sie mit einem kurzen Micro-Training. Auf dem Heimweg festigt und überprüft man das Gelernte spielerisch mit einer mobilen App. So lassen sich große Lerneinheiten in viele kleine aufteilen, was nicht nur didaktische Vorteile hat, sondern auch den Spaßfaktor deutlich erhöht. Gamification macht Micro Learning zu einem echten Highlight!
Microlearning ist nicht gleich Microlearning - verschiedene Formate eignen sich für verschiedene Lernziele. Die Auswahl des richtigen Formats entscheidet maßgeblich über den Erfolg Ihrer Microlearning-Initiative.
Video-Nuggets (30-90 Sekunden) funktionieren hervorragend für Produktdemonstrationen, Prozesserklärungen oder Soft Skills. Ein kurzes Talking Head Video eines Experten kann komplexe Sachverhalte emotional und glaubwürdig vermitteln. Animated Explainer Videos eignen sich für abstrakte Konzepte oder compliance-relevante Themen.
Interaktive Quizzes und Assessments testen Wissen punktgenau und geben sofortiges Feedback. Sie funktionieren sowohl als standalone Module als auch als Abschluss längerer Lerneinheiten. Adaptive Quizzes passen sich automatisch an das Leistungsniveau an.
Infografiken und Visual Summaries komprimieren komplexe Informationen auf das Wesentliche. Sie eignen sich besonders für Faktenwissen, Statistiken oder Prozessübersichten. Mobile-optimierte Infografiken können auch offline konsumiert werden.
Audio-Nuggets und Micro-Podcasts nutzen ungenutztes Potenzial: Lernen während Autofahrt, Sport oder Hausarbeit. 3-5 Minuten Expertengespräche oder Zusammenfassungen passen perfekt in kleine Zeitfenster.
Szenario-basierte Simulationen lassen Lernende Entscheidungen treffen und Konsequenzen erleben. Besonders wertvoll für Verkaufstraining, Kundenservice oder Führungskräfteentwicklung.
Nicht jedes Lernziel profitiert gleich stark von Microlearning. Die Methode entfaltet ihre volle Wirkung bei spezifischen Anwendungsfällen. Ein strategischer Blick auf die besten Use Cases hilft Ihnen, Microlearning gezielt einzusetzen.
Compliance und Pflichtschulungen: Vom notwendigen Übel zur motivierenden Erfahrung
Compliance-Training ist der perfekte Microlearning-Kandidat. Statt dreistündiger DSGVO-Schulungen entstehen 15 Module à 4 Minuten: „Verdächtige E-Mails erkennen“, „Passwort-Sicherheit“, „Kundendaten übertragen“. Regelmäßige „Compliance Refresher“ halten das Wissen präsent.
Onboarding: Sanfter Einstieg statt Informationsflut
Neue Mitarbeiter bekommen wöchentlich neue Micro-Module statt zweitägiger „Info-Dumps“. Woche 1: Grundlagen, Woche 2: Team, Woche 3: Tools, Woche 4: Prozesse. Just-in-Time Learning liefert relevante Infos genau dann, wenn sie gebraucht werden.
Sales-Schulungen: Wissen auf Abruf
Vertriebsmitarbeitende brauchen aktuelles Produktwissen sofort verfügbar. Neues Feature? Fünf Micro-Module: Überblick, Kundennutzen, Einwände, Demo-Szenarien, Pricing. Wöchentliche „Sales-Nuggets“ halten das Team auf dem neuesten Stand.
Führungskräfte-Trainings: Kontinuierliche Impulse
Führung lernt man durch regelmäßige Reflexion, nicht punktuelle Events. Monatlich 4 Micro-Module (Feedback, Meetings, Konflikte, Motivation) mit konkreten Action Items für die Praxis.
Change Management: Kontinuierliche Begleitung
Große Veränderungen brauchen fortlaufende Kommunikation. „Change-Nuggets“ bereiten Monate vor Go-Live vor, erklären das „Warum“ und teilen Erfolgsgeschichten.
IT-Kenntnisse: Hilfe zur Selbsthilfe
Komplexe Software wird zu Micro-Bibliotheken. Excel-Training: 50+ Module für spezifische Funktionen. CRM-Schulung: Situationsbasierte Module wie „Neuen Lead eingeben“ oder „Report erstellen“.
Wo Microlearning an Grenzen stößt
Tiefe analytische Fähigkeiten, komplexe Problemlösung oder emotional belastende Themen brauchen längere Formate. Praktische Fähigkeiten mit physischen Komponenten lassen sich schwer „micro-isieren“. Die Faustregel: Microlearning für Wissen, das angewendet wird – weniger für Wissen, das entwickelt werden muss.
Ein plakatives Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Microlearning gibt es bei der toom Baumarkt GmbH zu entdecken. Die Herausforderung bestand darin, die verpflichtenden Arbeitssicherheitsschulungen ansprechender zu gestalten.
Durch einen modularen Aufbau und Gamification-Elemente wurde die Lernstrecke effizienter und motivierender. Mitarbeitende können nun flexibel auf die Lerninhalte zugreifen und interaktive Module absolvieren. Mit Microlearning können also auch Pflichtschulungen Spaß machen. Neugierig geworden? Hier geht es zur vollständigen Case Study:

Dr. Kim Füllenbach

Maximilian Winnen
Business Development Manager
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