10 Tipps für eine positive Lernkultur:

Darauf kommt es an

11. Jan. 2022 | 5 Minuten Lesezeit

Kreisbild von Friedl Wynants

Friedl Wynants
Gründer & Geschäftsführer

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen

  • Was Lernkultur in einem Unternehmen bedeutet
  • Warum eine positive Lernkultur wichtig ist
  • Wie Sie eine erfolgreiche Lernkultur etablieren

Was bedeutet Lernkultur?

Als Teil der Unternehmenskultur ist die Lernkultur ein wichtiger Baustein für die Entwicklung eines Unternehmens. Sie umfasst alle Wertevorstellungen, Denk- und Handlungsweisen und Rahmenbedingungen in einem Unternehmen, die die Vermittlung von Wissen betreffen. Damit sind nicht nur die Chancen und Barrieren für den Wissenserwerb gemeint, sondern auch Bedingungen, die das Weitergeben des eigenen Wissens im Unternehmen betreffen. Das schließt sowohl Lernmöglichkeiten und Zugänge zu Wissen mit ein als auch etablierte Lerngewohnheiten und die soziale Anerkennung von Lernen im Unternehmen. Die Lernkultur ist somit ein Indikator für den Stellenwert, den Lernen in einem Unternehmen hat.

Warum ist eine gute Lernkultur wichtig?

Die Lernkultur hat Auswirkung auf verschiedene Unternehmensbereiche: eine gelungene Lernkultur verbessert die Zusammenarbeit, führt zu einer größeren Zufriedenheit der Mitarbeitenden und steigert die Kompetenzen der Mitarbeitenden sowie deren Produktivität.

Verbesserung der Zusammenarbeit

Eine positive Lernkultur verbessert die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden. In dem Zusammenhang spielt das Erlernen von Soft Skills eine wichtige Rolle: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitenden ermöglichen, sich in dem Bereich weiterzuentwickeln. Denn Soft Skills wirken sich positiv auf die Zusammenarbeit aus und fördern ein konstruktives Klima im Unternehmen.

Eine gute Lernkultur bedeutet zudem, voneinander zu lernen: so lernen Mitarbeitende von ihren Kolleginnen und Kollegen, was nicht nur zur effektiveren Wissensverbreitung, sondern auch zu besserer Kollegialität führen kann. Und nicht zuletzt ist es essentiell, dass Mitarbeitende ihr eigenes Wissen im Unternehmen teilen. Einerseits gewinnen sie so an Sichtbarkeit und Wert für das Unternehmen, andererseits profitiert davon natürlich auch die Organisation. In diesem Kontext gewinnt das Thema User-generated Content zunehmend an Bedeutung.

Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit

Den Mitarbeitenden ist es sehr wichtig zu wissen, welche Inhalte für sie relevant sind, und wie sie an dieses Wissen gelangen. Darüber hinaus ergab eine Studie, dass 94% der Mitarbeitenden länger im Unternehmen bleiben wollen, wenn der Arbeitgeber in ihre persönliche Entwicklung investiert.1 Eine gute Lernkultur zahlt also auf die Mitarbeiterzufriedenheit ein und beugt somit der Fluktuation vor.

1 Quelle: LinkedIn Learning 2018 Workplace Learning Report

Verbesserung der Kompetenzen und der Produktivität

Eine erfolgreiche Lernkultur hilft außerdem dabei, Wissen und Kompetenzen aller Mitarbeitenden aufzubauen. Neben fachspezifischen Lerninhalten dreht sich dabei heutzutage vieles um den Aufbau von Digitalkompetenzen, aber auch um weitere Themenkomplexe, bei denen sich Wissensinhalte stetig verändern. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Trends wie Erlebniskonsum, Klimaschutz oder Individualisierung von Produkten führen zu einem veränderten Konsumverhalten und nehmen Einfluss auf das Tagesgeschäft vieler Organisationen. Eine gelebte Lernkultur steigert die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen und somit die Produktivität der Mitarbeitenden sowie den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Dieser Effekt konnte in einer von IBM durchgeführten Studie nachgewiesen werden: 84% der Mitarbeitenden in den erfolgreichsten Unternehmen erhalten angemessene Weiterbildungsmöglichkeiten, während in den am wenigsten erfolgreichen Unternehmen nur 16% solche Möglichkeiten erhalten.2

2 Quelle: Studie „IBM Training - The Value of Training“. 2014.

Was macht eine gute Lernkultur aus?

Es gibt einige Aspekte, die essenziell sind, um eine positive Lernkultur zu etablieren. Zunächst ist es wichtig, dass alle Führungskräfte eine positive Einstellung gegenüber der Lernkultur vorleben. So verstehen Mitarbeitende nicht nur, wie Lernen im Unternehmen funktionieren soll, sondern auch, dass diese Kultur tatsächlich gelebt wird. Eng verbunden damit ist die Kommunikation der Lernmaßnahmen: die Lernenden müssen die Lernziele, Inhalte, Lernmittel und die Art und Weise wie diese in den Arbeitsalltag integriert werden, verstehen und annehmen. Und last but not least sollte eine passende, digitalisierte Infrastruktur implementiert werden, damit die Lernkultur optimal in die Praxis umgesetzt werden kann. Wenn diese Aspekte erfolgreich umgesetzt werden, steigt die intrinsische Motivation der Lernenden sowie deren Bereitschaft zum Lernen.

10 Tipps für eine erfolgreiche Lernkultur

Tipp 1: Fehlerkultur etablieren

Voraussetzung für eine erfolgreiche Lernkultur ist eine Kultur, in der Fehler toleriert werden. Nur so haben Mitarbeitende keine Angst, Fehler zu machen und können aus diesen lernen.

Tipp 2: Lernbedarf ermitteln

Eine Bildungsbedarfsanalyse ist ein Mittel, um den individuellen Bildungsbedarf der Lernenden zu ermitteln. Sie hilft dabei, sinnvolle Lerninhalte und - ziele für alle Mitarbeitenden zu definieren. Dies kann mit Hilfe einer Pilotgruppe getestet werden.

Tipp 3: Mitarbeitende einbeziehen

Beziehen Sie Mitarbeitende in die Planung der Lernstrategien ein und lassen Sie sie ihre eigenen Lernziele stecken.

Tipp 4: Frühzeitige Kommunikation

Kommunizieren Sie die Lernmaßnahmen von vornherein so, dass Lernende darauf aufmerksam gemacht und motiviert werden.

Tipp 5: Hilfe zur Selbsthilfe

Geben Sie den Lernenden Tipps zum selbst Lernen an die Hand.

Tipp 6: Tools bereitstellen

Eine digitale Infrastruktur mit Tools, die Lernen fördern und das Teilen von Wissen einfach machen, erleichtert den Lernprozess und steigert die Akzeptanz der Lernmaßnahmen.

Tipp 7: Integration in den Arbeitsalltag

Damit Lernen Teil der Kultur wird, ist es wichtig, es in den Arbeitsalltag zu integrieren. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden also die Möglichkeit dazu. So werden nicht nur bei Bedarf Trainings absolviert, sondern Lernen wird zum Selbstverständnis.

Tipp 8: Aktuelle Lerninhalte

Die Lerninhalte sollten stets aktuell und gut aufbereitet sein. So verbessert sich nicht nur der Lerneffekt, sondern auch die Motivation der Lernenden. Hilfreich ist oftmals eine Digitalisierung bestimmter Inhalte und ein guter Mix aus internen und externen Lernmaterialien.

Tipp 9: Gemeinsam lernen

Wichtig ist der Spaß am Lernen. Neben den richtigen Lerninhalten ist hierfür „Social Learning“ ein geeignetes Mittel: Wissen untereinander zu teilen und gemeinsam zu lernen kann darüber hinaus Einblicke in andere Abteilungen geben und dazu einladen, über den eigenen Tellerrand zu blicken.

Tipp 10: Ergebnisse messen

Um sicherzustellen, dass die Lernmaßnahmen effektiv sind, sollten die Ergebnisse gemessen werden und die Lernmaßnahmen entsprechend angepasst werden. Dies ist ein kontinuierlicher Prozess.

Weitere ausführliche Tipps, wie Sie die Akzeptanz Ihrer Mitarbeitenden für E-Learning steigern, lesen Sie im Artikel E-Learning Akzeptanz.

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