Tools zur Produktion von Lerninhalten

2. Februar 2021 8 Minuten Lesezeit E-LearningTipps & Tricks

Peter Wolff
Leiter Software-Entwicklung

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen:

  • Warum gerade Autorentools die erste Wahl sind beim Erstellen von Lerninhalten
  • Welche Funktionen eines Autorentools für Sie besonders interessant sein könnten
  • Was das Autorentool der Zukunft zu leisten vermag

Digitale Lerninhalte – jetzt erst recht

E-Learning, also die Weiterbildung mittels digitalen Lerninhalten, ist das Gebot der Stunde. Denn wo sich die Mitarbeitenden nicht mehr an einem Ort versammeln können, da führt an dezentralem und ortsunabhängigem Lernen kein Weg vorbei. Das musste vor allem feststellen, wer sich bis zum Frühjahr 2020 noch nicht mit der Beschaffung oder der eigenen Produktion von Lerninhalten auseinandergesetzt hatte: Wo immer möglich, verbannte die Corona-Pandemie die Belegschaft ins Home-Office. Zusammenkünfte der Mitarbeitenden im Betrieb oder im Schulungszentrum mussten auf ein Minimum reduziert werden. Wie sollte man in dieser Situation die Learning & Development Arbeit und das Vermitteln von Wissen aufrechterhalten?

Kleine Bissen Wissen

In unserer Video-Serie „Kleine Bissen Wissen“ haben wir für genau diesen Fall bereits zahlreiche praxisnahe und pragmatische Tipps zusammengestellt, wie man auch mit einfachen Mitteln die Mitarbeitenden schnell und einfach mit Informationen versorgen kann. Hier ging es vor allem darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, die ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand direkt umsetzbar sind. Zum Beispiel haben wir Tipps für die Nutzung von PowerPoint gegeben, also einer Software, die wohl jedem Trainingsverantwortlichen zur Verfügung steht.

Autorensysteme – der Standard für Lerninhalte

Sobald man sich aber in Ruhe mit dem professionellen Erstellen von Lerninhalten auseinandersetzt, wird man schnell bei den sog. „Autorentools“ oder „Autorensystemen“ landen. Dabei handelt es sich um Software, die speziell der Produktion von Lerninhalten dient. Wo man mit anderen Tools häufig Kompromisse eingehen muss, da ermöglicht ein Autorentool die Erstellung von ästhetisch und didaktisch anspruchsvollen Trainings – und das in der Regel ohne Programmierkenntnisse. Möglich wird dies durch eine grafische Benutzeroberfläche, über die die Inhaltselemente (Platzhalter für Texte, Bilder, Videos etc.) mit wenigen Klicks (oder via Drag&Drop) einer leeren Trainingsfolie (der „Bühne“) hinzugefügt werden können.

Mit Vorlagen schneller zum Ziel

Bei Autorensystemen setzt man aber auch oft auf Vorlagen (sogenannte Templates) auf. Das Grundlayout, also wo welche Elemente platziert werden sollen, ist darin vorgegeben und es müssen nur noch die eigentlichen Inhalte (Texte, Bilder, Videos, Bildschirmaufzeichnungen etc.) eingefügt werden. Oft gibt es für die einzelnen Phasen eines Trainings (reine Information & Präsentation, Übungen, Tests) auch die dazu passenden Templates. Die meisten Autorensysteme liefern standardmäßig eine Vielzahl an fertigen Folientemplates mit. Manche Anbieter erstellen dem Kunden darüber hinaus auch individuelle Templates, die genau auf die Firmen-CI abgestimmt sind – so ist ein gleichbleibender Look&Feel über sämtliche Trainingsmaßnahmen gewährleistet. Apropos Look&Feel: Natürlich sollen die Trainings auf allen Endgeräten gleich attraktiv daherkommen. Responsive Templates, mit denen die Lerninhalte sowohl am Desktop, als auch auf dem Tablet oder Telefon gut funktionieren, sind daher ein Muss bei jedem guten Autorentool. Im Idealfall verfügt das Autorentool hier über Automatismen, die für die gewünschte Responsivität sorgen, ohne dass der Autor sich mit den zugrunde liegenden technischen Details näher befassen muss.

Mit Interaktionen begeistern

Ein wichtiges Feature eines jeden Trainings sind die Interaktionen. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass sich Informationen mit dem Einsatz von interaktiven Elementen wesentlich besser im Langzeitgedächtnis der Lernenden verankern lassen: Drag&Drop, Lückentextaufgaben, Entscheidungsfragen, Reihenfolgenübungen, sensitive Flächen – die Liste an Möglichkeiten ist lang. Und gerade da haben Autorensysteme die Nase vorn, denn mit keinem anderen Tool lassen sich Interaktionen einfacher und intuitiver erstellen. Die Auswahl an vorhandenen Interaktionsarten kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Hier gilt es, die verschiedenen Tools genau zu untersuchen: Wo das eine Tool keine Wünsche offen lässt, da muss bei dem anderen Tool schon mal das ein oder andere Skript bearbeitet werden, um die gewünschte Interaktion zu erzielen.

Ein Training – viele Sprachen

Wer sich auf die Suche nach dem passenden Autorensystem begibt, sollte sich auch über das Thema „Mehrsprachigkeit“ Gedanken machen. Selbst im Mittelstand, wo E-Learning immer mehr Verbreitung findet, gibt es in den meisten Fällen mindestens zwei Sprachen (Deutsch, Englisch), in der die Trainings produziert werden sollen. Damit die Inhalte nicht mit jeder Sprache komplett neu erstellt werden müssen, bieten viele Systeme Features an, die mehrere Sprachversionen innerhalb eines Trainingsprojektes ermöglichen. Ergänzt werden diese durch unterstützende Maßnahmen beim Übersetzungsprozess, z.B. dass angezeigt wird, bei welchen Folien noch Übersetzungen ausstehen oder wo es nach der Übersetzung noch Änderungen im Originaltext gab. Je mehr Sprachen also zum Einsatz kommen, desto mehr Fokus sollte man auf die entsprechenden Funktionen richten.

Welches System ist das richtige?

Neben den bereits genannten Funktionen gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Aspekte, die für die Nutzung bei der Erstellung von Trainings im Alltag eine Rolle spielen können und die daher bei der Anschaffung beachtet werden sollten. Beispielsweise können bei größeren Teams Features zum kollaborativen Arbeiten (mehrere Personen arbeiten gleichzeitig am selben Projekt) wichtig sein, oder aber die Möglichkeiten, barrierefreie Inhalte zu generieren ist essentiell. Um sich darüber klar zu werden, ob ein System zu den unternehmensspezifischen Anforderungen passt, hilft nur ein ausführlicher Vergleich und eine Beratung durch den jeweiligen Anbieter. Erfreulicherweise bieten viele Autorensystem-Hersteller kostenlose Test-Accounts und Demos an, so dass man die Systeme auch ausprobieren kann.
Das gilt natürlich auch für das Autorentool von youknow, zu dem wir gerne Auskunft geben. Wer mit der Suche beginnen möchte, findet auch eine erste Orientierung in unserer Marktübersicht, die in unserem E-Learning StarterPack zu finden ist.

Die gängigen Schnittstellen

Funktional gleicht zwar kein Autorentool dem anderen, eine Sache haben allerdings alle gemeinsam: Jedes Autorentool ist in der Lage, Dateien in den Formaten SCORM oder xAPI auszuspielen. Dies sind die gängigen, standardisierten Schnittstellen, die für die Distribution über ein Learning Management System (LMS) entwickelt wurden. Durch diese Formate ist, vereinfacht gesagt, das optimale Zusammenspiel zwischen Lerninhalt (Erstellung im Autorensystem) und Verteilung in der Lernumgebung (LMS) gewährleistet. Zudem sind diese Formate Basis für Auswertungen und Reportings zur Nutzung der einzelnen Lerninhalte. Beispielsweise können die Trainingsverantwortlichen dank SCORM nicht nur herausfinden, wann welche User welche Trainings absolviert haben, sondern auch mit welchem Ergebnis dies geschehen ist – dies natürlich alles unter Berücksichtigung der unternehmensinternen Datenschutz-Bestimmungen.
Abhängig von den Möglichkeiten des eingesetzten LMS können auch unterschiedlichste Lernstrategien realisiert werden, in denen beispielsweise die Freigabe für ein Training an den erfolgreichen Abschluss eines anderen Trainings gekoppelt wird. Die Vielzahl der über die xAPI-Schnittstelle getrackten Daten sind darüber hinaus für die Trainingsverantwortlichen die ideale Grundlage für ein differenziertes und nachhaltiges Qualitätsmanagement.

Wie wird ein Autorensystem betrieben?

Was die Nutzung eines Autorentools angeht, haben sich vor allem die cloud-basierten Modelle auf dem Markt etabliert. In dem Fall hostet der Anbieter die Software auf seinen eigenen Servern (Achtung: Server-Standort beachten!), so dass der Kunde sich nur noch über den Browser in das Tool einloggen muss. Klarer Vorteil dieses Modells: Der Kunde muss sich nur wenig Gedanken um technische Voraussetzungen und um Updates, Backups und Wartung machen – diese Aufgaben liegen gänzlich beim Anbieter. Der Kunde zahlt hierbei pro Nutzer eine monatliche oder jährliche Gebühr für die Nutzung (den Zugriff). Eine gängige Alternative dazu ist der In-House-Betrieb beim Kunden und damit einhergehend der Kauf von Lizenzen für die jeweiligen Nutzer. Updates werden dann je nach Verfügbarkeit separat prozentual am Lizenzpreis berechnet.

Was bringt die Zukunft?

Autorentools gibt es schon seit etlichen Jahren und stetig werden sie verbessert. Was wird die Zukunft also bringen? Immer mehr Verbreitung werden sicherlich Systeme finden, die die Autorinnen und Autoren beim Erstellen von Lerninhalten aktiv unterstützen und mit kontext-sensitiver Hilfe rund um Didaktik oder Gestaltung versorgen. Dies könnte z.B. so aussehen, dass das Autorentool auf Basis von vorab festzulegenden Parametern (z.B. Lernziel, Vorwissensstand der Zielgruppe etc.) einen Strukturbaum für das Trainingsprojekt vorschlägt. Oder dass kontext-basierte Tipps bereitstehen, wie Texte abhängig vom jeweiligen Lernziel des Moduls formuliert werden sollten. Denkbar sind auch „vorgefertigte“ Trainings zu bestimmten Themen, die dann mit wenigen Klicks auf den Unternehmenskontext angepasst werden können.

Diese Hilfsmittel werden das Erstellen von digitalen Trainings zukünftig deutlich erleichtern und beschleunigen. Ein echter Gewinn, denn es besteht allgemeiner Konsens in der Branche, dass der Bedarf an zu produzierenden Inhalten immer weiter steigen wird. Das Autorentool der Zukunft wird hierbei eine zentrale Rolle spielen, denn es wird die Unternehmen befähigen, selbst unkompliziert Lerninhalte zu produzieren – und dadurch unabhängiger von externen Dienstleistern zu werden. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich E-Learning in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird.

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Anissa Wossidlo, Account Managerin

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